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Virtualization VMware ESXi

VMware vCenter RCE-Schwachstelle (CVE-2024-37079) — Aktive Ausnutzung in CISA KEV, Dringlicher Patch-Leitfaden

Sie können unsere aktuellen Fachartikel unter firewallpazari.com/blog verfolgen.

Übersicht: VMware vCenter Server hat eine kritische CVE-2024-37079 (CVSS 9.8) Heap-Overflow-Schwachstelle in der DCERPC-Protokollimplementierung, die unauthentifizierte Remote Code Execution ermöglicht. Netzwerkzugriff reicht. Im CISA KEV-Katalog; Patchfrist für US-Bundesbehörden abgelaufen. Kein Workaround verfügbar; einzige Lösung: Patch auf vCenter 8.0 U2d, 8.0 U1e oder 7.0 U3r.

Betroffene und gepatchte Versionen

vCenter Server VersionBetroffenGepatchte VersionDringlichkeit
vCenter 7.0 — < 7.0 U3r✅ JavCenter 7.0 U3r🔴 Kritisch
vCenter 8.0 — < 8.0 U1e✅ JavCenter 8.0 U1e🔴 Kritisch
vCenter 8.0 — < 8.0 U2d✅ JavCenter 8.0 U2d🔴 Kritisch
vCenter 6.5 / 6.7⚠️ EOLMigration erforderlich
VMware Cloud Foundation (VCF) 4.x, 5.x✅ JaVCF 5.1.1+🔴 Kritisch

⚠️ Vor dem Patchen unbedingt erledigen

  • vCenter Snapshot erstellen (File-based oder VM-Snapshot) — kritisch für Rollback
  • Config-Backup via VAMI: https://<vcenter>:5480 → Backup → Backup Now (SFTP/FTPS-Ziel)
  • ESXi-Hosts nicht in Wartungsmodus versetzen — vCenter-Patch berührt ESXi nicht
  • In ruhigem Zeitfenster planen (Patch dauert 30-60 Min, vCenter kurz offline)
  • vSphere Client-Benutzer informieren (kein Zugriff während des Patches)

Was ist die Schwachstelle? Warum 9.8?

CVE-2024-37079 ist ein Out-of-Bounds-Write (Heap-Overflow) in der DCERPC (Distributed Computing Environment / Remote Procedure Call) Protokollimplementierung im vCenter Server. Ein Angreifer sendet ein speziell gestaltetes Paket über das Netzwerk an vCenters TCP/2012 oder TCP/2014 Port; Heap-Memory-Overflow wird ausgelöst, und Remote-Code wird mit privilegiertem Benutzer (typischerweise root) ausgeführt.

Warum CVSS 9.8:

  • Angriffsvektor: Netzwerk (AV:N)
  • Angriffskomplexität: niedrig (AC:L)
  • Benötigte Privilegien: keine (PR:N) — keine Authentifizierung!
  • Benutzerinteraktion: keine (UI:N)
  • Auswirkung: Vertraulichkeit + Integrität + Verfügbarkeit alle hoch (C:H/I:H/A:H)

Patch Schritt für Schritt — vCenter Server Appliance (VCSA)

  1. Patch vom Broadcom Support Portal herunterladen (nicht mehr VMware-Portal): https://support.broadcom.com → vSphere → vCenter Server → 8.0 U2d Patch ISO
  2. Heruntergeladene .iso-Datei auf einen Datastore eines ESXi-Hosts von vCenter hochladen
  3. ISO an CD/DVD-Laufwerk der vCenter-VM in VM-Einstellungen mounten
  4. VAMI einloggen: https://<vcenter>:5480 (Benutzer root)
  5. Zu Update-Tab gehen → Check Updates → die CDROM-Option erscheint
  6. Stage and Install klicken; EULA akzeptieren
  7. Pre-Update-Check läuft (~5 Min); ohne Fehler Install klicken
  8. vCenter rebootet (~10-20 Min Downtime); vSphere Client auch kurz nicht erreichbar
  9. Version in VAMI nach Patch verifizieren: Build-Nummer sollte 8.0.2.00400 (U2d) oder ähnlich anzeigen

Verifizierung nach Patch

# vCenter-Version prüfen (CLI)
ssh root@<vcenter>
vpxd -v

# Sind neue DCERPC-Service-Binaries geladen?
rpm -qa | grep vmware-vpxd

# Health-Check
service-control --status --all | grep -i stopped
# Nichts darf 'Stopped' sein
  • Alle Cluster und Hosts in vSphere Client Web UI sichtbar bestätigen
  • HA/DRS funktionsfähig: Test-VM mit vMotion auf anderen Host migrieren
  • vCenter Server Logs fehlerfrei: /var/log/vmware/vpxd/vpxd.log
  • External Identity Provider (AD FS, Okta) Integration funktioniert

Erkennung: bin ich ausgenutzt worden?

CVE-2024-37079 wird aktiv ausgenutzt. Bei Verdacht auf Kompromittierung vor dem Patch:

  • Anomale SSH-Sitzungen prüfen: /var/log/secure* und /var/log/auth.log der letzten 30 Tage scannen
  • Neu erstellte lokale Benutzer in vCenter: VAMI → Administration → SSO Configuration → Users
  • Neu hinzugefügte Skripte/Binaries im vCenter VM-Dateisystem: find / -mtime -30 -type f ( -name "*.sh" -o -name "*.py" -o -perm -u+x ) 2>/dev/null
  • Unerwartete ausgehende Verbindungen von vCenter in Netzwerk-Logs, besonders außerhalb 443/80
  • Im Zweifelsfall vCenter komplett neu installieren und alte Config nicht wiederherstellen — könnte Backdoor enthalten

Häufige Probleme

  • “Pre-Update-Check meldet ‘/storage/seat’ voll.” SEAT (Stats, Events, Alarms, Tasks) DB-Partition voll. /storage/seat bereinigen oder erweitern (VMDK vergrößern + LVM extend).
  • “Update CD-ROM nicht sichtbar.” ISO-Mount prüfen. vCenter VM “Connect at Power On” — muss “Connected” sein, nicht nur ausgewählt.
  • “vSphere Client öffnet nach Patch nicht.” Cache leeren (Browser-Privatmodus probieren). Bei Zertifikatswechsel Trust Store aktualisieren.
  • “Performance schlechter nach VCSA-Patch.” Lang laufende Operationen in /var/log/vmware/vpxd/profiler/ prüfen. Meist DB-Defragmentierung nötig: vcenter-recovery-tool db-reindex.

Präventive Empfehlungen (für die Zukunft)

  • vCenter Management-Netzwerk in separatem VLAN halten; niemals direkt aus dem Internet erreichbar
  • vSphere Client-Zugriff via VPN oder Bastion-Host erforderlich
  • Firewall-Whitelisting für vCenter VAMI (5480) und APIs anwenden
  • Broadcom Support Portal via RSS-Feed oder Security Mailing-List verfolgen (VMSA-XXXX-XXXX Advisories)
  • Automatisierten wöchentlichen Snapshot-Task ausführen (File-based Config-Backup)

VMware / Broadcom vSphere Support

Benötigen Sie Hilfe bei vCenter Patch-Planung, Kompromittierungs-Erkennung, ESXi-Cluster Health-Audit oder Broadcom Cloud Foundation Migration? Wir bieten seit 1998 Virtualisierungs-Beratung in der gesamten Türkei.

Quellen: Broadcom VMSA-2024-0012, CISA KEV-Katalog, CyberPress-Analyse. Getestete Versionen: vCenter 7.0 U3q → U3r Upgrade, 8.0 U2c → U2d Upgrade. Letzte Aktualisierung: 2026-06-15.

Author

Umman Kurşun